Compiler Optimierung

Für schnelle Lösungen und „mal eben zeigen“ in Workshops und Schulungen verwende ich schnell die unbedachte Kompilierung von Quellcode mit GCC, G++, COBC oder NASM. Das sollte man sich in größeren Projekten abgewöhnen. Compiler Option sind mächtig und bringen viel (Link).

Nehmen wir den berühmten „Hello World“ Code als Beispiel (Link). In C und C++ innerhalb der Funktion „main“ ein simples printf bzw. std::out und in COBOL, in der „Procedure Division“, ein „DISPLAY“. Übersetzen wir alle Sources in Assembler und erzeugen ein ausführbares Programm.

Liste der erzeugten Code

Ohne Optimierung fällt einiges auf. „helloc“ und „test-03.s“ sind die Produkte aus dem C Source Code. Das daraus generierte Assembler ist 8,2k gross. Das Assembler aus dem C++ Code wiegt 18k und 41k bringt das Assembler aus dem COBOL Source auf die Speicher-Waage. Fertig kompiliert sind alle drei ausführbaren Programme 22k bzw. 23k groß.

Schreiben wir „Hello World“ einmal in Assembler

Assembler

und übersetzen, verlinken es mittels „nasm -felf64 helloa.asm && ld -o helloa helloa.o“

Kompilierung des Assemblercode

Wir sehen, da ist wahnsinniges Optmierungspotential. 352 Byte Quellcode und 4,8k für das ausführbare Programm. Ohne genaue Kenntnisse über den Compiler würde man in realen Projekten unter gehen – wir reden da durchaus über Mega- oder Giga-Byte die so verschwendet und zu einem Bottleneck in der Prozessierung werden kann.

Keep on Coding

COBOL: Report mit HTML Link

Schnelles Programm in COBOL mit Sub-Routine in C für die Generierung von HTML Code. Vorhanden ist die OpenVPN Liste eines Servers die auch tote Verbindungen enthält. Erstellt werden soll eine Liste, die nur aktive Verbindungen enthält. Die OpenVPN Verbindung soll über eine Website der Welt zur Verfügung stehen.

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       IDENTIFICATION DIVISION.
       PROGRAM-ID. SLS.
       ENVIRONMENT DIVISION.
       INPUT-OUTPUT SECTION.
       FILE-CONTROL.
           SELECT CAMS ASSIGN TO 'online.txt'
           ORGANIZATION IS LINE SEQUENTIAL.           
       DATA DIVISION.
       FILE SECTION.
       FD CAMS.
       01 CAMS-FILE PIC X(118).
       01 EOF PIC A(1).
       WORKING-STORAGE SECTION.
       01 STR-LEN PIC 9(3).
       01 SUB PIC 9(3).
       01 WS-EOF PIC A(1).
       01 WS-REC PIC X(118).
       01 WERT1 PIC X(4).
       01 WERT2 PIC X(20).
       01 WERT3 PIC X(5).
       01 WERT4 PIC X(20).
       01 WERT5 PIC X(15).
       01 WERT6 PIC X(1).
       01 WERT7 PIC X(20).
       01 WERT8 PIC X(20).
       01 RET PIC 9(1).
       PROCEDURE DIVISION.
           OPEN INPUT CAMS.
           PERFORM UNTIL WS-EOF='Y'
           READ CAMS INTO CAMS-FILE
            AT END MOVE 'Y' TO WS-EOF
            NOT AT END
            UNSTRING CAMS-FILE DELIMITED BY ALL SPACES
            INTO WERT1
                 WERT2
                 WERT3
                 WERT4
                 WERT5
                 WERT6
                 WERT7
                 WERT8
            END-UNSTRING
          MOVE LENGTH OF WERT5 TO STR-LEN
           PERFORM VARYING SUB FROM STR-LEN BY -1
           UNTIL WERT5(SUB:1) NOT = SPACE
           END-PERFORM
          CALL "test" USING
               BY REFERENCE WERT5(1:SUB)
               RETURNING RET
           END-CALL
          IF RET = 1
           THEN
           DISPLAY '<a href="https://Seite.COM/xxx/'WERT5(1:SUB)
      -    '/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">'
      -    WERT8'</a><br>'
           END-IF
           END-READ
           END-PERFORM.
           CLOSE CAMS.
           STOP RUN.

Die Sub-Routine „test“ ist ein C Programm (Link) das einen Ping durchführt und wahr/falsch zurück gibt. Zeilen 28-42 lies eine Zeile mit 8 Spalten und legt die Werte in den Variablen WERT1 bis WERT8 ab. 43-46 entfernt Leerzeichen durch simples abzählen der Stellen bis „Leerzeichen“. Danach erfolgt durch Aufruf der Ping Routine eine Prüfung der Erreichbarkeit. Wenn wahr, wird ein HTML Link generiert.

COBOL mit Sub C als CGI

Kurze Demo wie der Browser als Terminalersatz verwendet werden kann.

Im letzten Workshop haben wir über Möglichkeiten der Programmierung für Terminal Consolen gesprochen. Im Moment haben wir keine Alternative zu den bekannten 3270 Terminal Programmen gefunden. Besonderheit ist, das Zeilen und Spalten aus dem Programm heraus direkt ansprechbar sind – die Bash ist ein rollierender Terminal, also ungeeignet.

Gespielt haben wir deshalb mit der Alternative Browser. Ein Apache2 Web-Server mit aktiviertem CGI Modul lässt unglaublich dynamische Programmierungen zu. Das Beispiel, das ich gezeigt habe, ist aus unseren Workshops zu den Themen „COBOL mit C Subroutinen“ und „Terminal“. Hier in Kurzform:

Da der COBOL Compiler über die Sprache C compiliert, können wir C Code einfach einbinden ( cobc -x list.cob list.c ). Wir haben getestet, dass mit dem CALL Variablen kopiert oder als Referenz übergeben werden können. In unserer einfachen Subroutine verändern wir die Variablen und sehen, das eben nur die referenzierte Variable geändert wird. Das Programm setzt aber die Bash voraus, die nicht jeder hat. Einen Browser hat jeder.

Anstatt printf(text) und DISPLAY Text können wir den Text mit HTML Steuerelementen schmücken. Mehr ist nicht nötig. Mehr Probleme bereitet die Tatsache, dass das Ereignis <button type=“submit“ >Send</button> in der Webpage, einen Stream zurück gibt. Diesem Stream müssen wir filtern und die eingebenen Werte durch UNSTRING aus dem Stream extrahieren.

Wir sehen das der BY REFERNCE übergebene Wert in der Subroutine verändert, zurück gegeben und als HTML Table ausgegeben wird. Beispiel ist hier Online.

COBOL: Shared Library

Compilierung von OpenCobol verläuft nicht in jeder Distribution problemlos. Ich nutze derzeit Fedora 29 (RedHat) und musste etwas nach der Lösung suchen.

Nach dem Download der Source von OpenCobol und dem Nachladen notwendiger Development Librarys, funktioniert die mitgelieferte MAKE Konfiguration ganz passabel.

./configure, make, make check, make test und make install laufen meisst fehlerfrei durch. Trotzdem erhält man nach dem ersten kompilieren und dem Start seiner Anwendung den Fehler „error while loading shared libraries: libcob.so.4“ o.ä.

Das liegt an fehlender Path Bekanntgabe. Im Verzeichnis /etc/ld.so.conf.d werden die Pfade zu diversen Libraries bekannt gegeben. In der MAKE Konfiguration ist vorgesehen, die Programm Bibliotheken im Verzeichniss /usr/local/lib abzulegen. Damit sie auch gefunden werden, ist also eine .conf anzulegen mit dem Pfad als Inhalt. Nach einem ldconfig ist der Pfad bekannt und cobc sowie das kompilierte Programm funktionieren einwandfrei.

Das Verhalten unterscheidet sich unter den Distributionen (Debian, RedHat, SuSe) und sogar von Release zu Release.